Vokabeln lernen: Was ist eigentlich “Federated Search”? 2. April 2009
Ein Begriff, über den man bei der Recherche zu Enterprise-Search-Technologien ständig stolpert, ist die so genannte “Federated Search”. Federated hat natürlich nichts mit gefiederten Nagetieren oder der Sprungkraft von Federn zu tun*, sondern es geht hier darum, dass über die Suche der Zugriff auf mehr als eine autonome Informationsquelle möglich ist, ohne dass deren Daten direkt durch die Suchmaschine indiziert werden müssen. Wer schon einmal eine Meta-Suchmaschine benutzt hat, kann sich in etwa vorstellen, wie das funktioniert.
„Föderiert“ heißt dieses System, weil es ein Zusammenschluss von einzelnen wiederum selbständigen Systemen ist, was ja in einer Föderation im Staat oder in anderen Organisationen ein bekanntes Modell ist.
Gründe für die Verwendung der Federated Search liegen darin, dass der direkte Zugriff auf sämtliche zu durchsuchenden Datenquellen aus Kompatibilitäts- oder Sicherheitsgründen nicht immer möglich ist. Systeme, Formate und Metadaten aus Content-Management-Systemen, Katalogen und Datenbanken sind nicht in jedem Fall unmittelbar von jeder Suchmaschine durchsuchbar, und müssen daher auf alternative Weise in die Suchergebnisse integriert werden. Denn wir wissen ja: Um in den Suchergebnissen erscheinen zu können, muss der zu findende Inhalt sich im Index der Suchmaschine befinden.
Federated Search erfüllt nun folgende Funktionen:
- Content ist aus mehreren internen oder externen Quellen bereits separat indiziert worden.
- Suchanfragen an die zentrale Suchmaschine werden für die zusätzliche Quellen “übersetzt”, also den Syntaxregeln entsprechend für andere Suchmaschinen umformuliert.
- Über Schnittstellen wird die übersetzte Suchanfrage an die föderierten Suchmaschinen weitergeleitet und die Ergebnisse aus deren eigenem Index abgerufen.
- Ergebnisse aus diesen Indizes müssen nun aufbereitet werden, um nahtlos in das zentrale Suchergebnis integriert werden zu können (Aggregation).
Federated Search, richtig implementiert, bietet also die Möglichkeit, über eine einzige Suchmaske zahlreiche Quellen gleichzeitig und in real-time zu durchsuchen, ohne dass der Nutzer mit der Benutzung der einzelnen Quellen vertraut sein muss. Das führt zu umfassenderen, aktuellen und damit möglicherweise relevanten Suchergebnissen und spart natürlich auch noch Zeit.
* Die doofe Idee zum Wortspiel hatte nicht ich, sondern die Rechtschreibprüfung (Meinten Sie vielleicht… Federratte/… Federrate? Äh, nein, meinte ich nicht.)
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