Wissen als Produktions- und Wettbewerbsfaktor 30. März 2009
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist Information als Grundlage für Wissen und für „richtige“ Entscheidungen ein erfolgskritischer Faktor, indem durch Informations-oder Wissensvorsprung ein Produktions- und ggf. Wettbewerbsvorteil erreicht werden kann.
Auch Lehner analysiert die Rolle von Information. So kann man Information als weiteren Produktionsfaktor interpretieren:
Hinausgehend über die drei klassischen „Produktionsfaktoren bzw. Elementarfaktoren, nämlich „Arbeit“, „Betriebsmittel“ und „Werkstoffe“ (vgl. Gutenberg 1971) […] ist Information als zweckorientiertes Wissen (Wittmann 1959) zu einer zielführenden Kombination der klassischen Produktionsfaktoren unumgänglich. […] Planende, orientierende und koordinierende Information ist dem Geschehen im Absatzbereich und in der Produktion in aller Regel logisch und zeitlich vorgeordnet und stellt demnach eine eigene produktive Größe dar. (Lehner 2008, S. 12)
Genau wie also Systemplatinen und Fließbänder in der industriellen Fertigung stellt also die Information eine der Produktionsgrundlagen in der heutigen Wissensgesellschaft dar. Die Wirtschaft so genannter westlicher Nationen des 21. Jahrhunderts wandelt sich augenscheinlich immer mehr zur von der industriellen zur Wissens-„Produktion“, denn es sind zunehmend Wissensarbeiter - Wissenschaftler, Marktanalysten oder Software-Entwickler - deren Leistungen aus der Verarbeitung und Aufwertung von Informationen statt aus greifbaren Gegenständen bestehen. Selbst bei greifbaren Produkten machen die „Wissenskosten“ oft einen höheren Anteil an den Produktkosten aus als die Materialkosten.
Darüberhinaus stellt Information aber auch einen Wettbewerbsfaktor dar, und so empfiehlt Lehner weiterhin den gezielten Einsatz „integrierter Informationskonzepte“ mit dem Ziel größerer Vorteile am Markt:
Information und Informationsverarbeitung werden immer häufiger zu einem übergreifenden betrieblichen Erfolgsfaktor, der beträchtliche Auswirkungen auf die Hauptziele einer Unternehmung hat. Diese sind Effizienz, Produktivität und Erträge, sowie zunehmend auch die Lernfähigkeit und die Anpassungsfähigkeit von Organisationen. Sind die benötigten Informationen zum richtigen Zeitpunkt den zuständigen Führungskräften nicht verfügbar, so ist die Entscheidungsqualität stark eingeschränkt. Die Entwicklung integrierter Informationskonzepte sollte daher im Mittelpunkt stehen. Die Herausforderung für jede Organisation wird es sein, Techniken zu entwickeln und organisatorische Maßnahmen zu treffen, um Information sowohl als betrieblichen Elementar- als auch als Wettbewerbsfaktor zu handhaben. (Lehner 2008, S. 14)
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